Arten-Portraits

Schwarzmeergrundeln

Mit dem Sammelbegriff «Schwarzmeergrundeln» werden alle Grundelarten aus dem Schwarzen, Asowschen und Kaspischen Meer zusammengefasst. In der Schweiz kommen bis jetzt zwei Grundelarten vor. Drei weitere Arten sind im Nieder- und Oberrhein auf dem Vormarsch und könnten über kurz oder lang auch im Hochrhein auftreten. Ein Erkennungsmerkmal aller dieser in Bodennähe lebenden Fische ist die Bauchflosse, die zu einer Art Saugnapf zusammengewachsen ist.

Alle Grundelarten stehen auf einer Liste in der Fischereiverordnung (VBGF), laut derer sie weder eingeführt noch eingesetzt werden dürfen. Ausserdem müssen die Kantone Massnahmen zur Bekämpfung diese Arten ergreifen.

Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus)

  • Grösse bis ca. 15-20 cm (abhängig von Lebensraum)
  • saugnapfähnliche Bauchflosse 
  • schwarzer Fleck auf der Rückenflosse (meistens)
  • Männchen verfärben sich während der Laichzeit schwarz

Kuno von Wattenwyl
Schwarzmundgrundel (Kuno von Wattenwyl)

Kesslergrundel (Ponticola kessleri)

  • Grösse bis ca. 15-20 cm (abhängig von Lebensraum)
  • saugnapfähnliche Bauchflosse
  • eher flacher und breiter Kopf

MGU/Universität Basel
Kesslergrundel (MGU/Universität Basel)

MGU/Universität Basel
Eine gefangene Kesslergrundel mit Fisch im Maul (MGU/Universität Basel)

Weitere Grundelarten (alle mit saugnapfartiger Bauchflosse)

  • Marmorierte Grundel
  • Nackthalsgrundel
  • Flussgrundel


Herkunft und Ausbreitung von Schwarzmeergrundeln

Die Gewässer des Schwarzmeerraums sind das Ursprungsgebiet der Schwarzmeergrundeln. Mit dem Schiffsverkehr wurden sie vermutlich vor allem als Larven in Ballastwassertanks weltweit verschleppt. Die Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals begünstigte ihre Ausbreitung in Europa. Durch das (verbotene) Freilassen von Fischen, als Laich oder Larven können sie mit Booten lokal weiter verschleppt werden.


Vorkommen von Schwarzmeergrundeln in der Schweiz

Kessler- und Schwarzmundgrundeln wurden 2011 und 2012 im Rhein bei Basel nachgewiesen. Seit ihrer Entdeckung haben sie sich ca. 40 km rheinaufwärts ausgebreitet und mehrere Schleusen und Kraftwerke überwunden. Sie kommen zudem in einigen Zuflüssen in der Region Basel vor.


Problematik von Schwarzmeergrundeln

Schwarzmeergrundeln verdrängen andere Arten, insbesondere die einheimische Groppe, indem sie deren Laich- und Lebensräume besetzen. Sie fressen Insekten, Muscheln, Kleintiere aber auch Fischlaich und Jungfische. Seit 2014 sind sie die dominierenden Fischarten im Basler Rhein. Durch ihre Dominanz nehmen sie Einfluss auf das gesamte Ökosystem – mit noch nicht absehbaren langfristigen Folgen. Anglerinnen und Angler sind bereits jetzt oft frustriert, weil sie nur noch Grundeln am Haken haben.


Was tun?

  • Gefangene Grundeln nach dem Fang sofort töten.
  • Nicht als Köderfische verwenden.
  • Keine Grundeln in Aquarien halten. Keine Grundeln freilassen.
  • Boote und andere Wassersportgeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen und trocknen.
  • Beobachtungen bei der kantonalen Fischereiaufsicht oder Neobiota-Fachstelle melden.

Invasive Krebse

Invasive Krebse breiten sich seit den 1970er Jahren in der Schweiz stark aus. In vielen Gewässern kommen nur noch invasive Krebsarten vor. Die einheimischen Krebse (Stein-, Dohlen- und Edelkrebs) gelten heute als (stark) gefährdet. Die robusteren und konkurrenzstarken invasiven Krebse, die zudem noch eine gefährliche Pilzkrankheit (Krebspest) übertragen, verdrängen sie zusätzlich.

Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)

  • Körpergrösse bis 15 cm
  • Rote Scherenunterseiten
  • Weiss bis türkis-bläulicher Flecken an der Oberseite der Scherengelenken. Diesen «Signalflecken» verdankt der Signalkrebs seinen Namen.

Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH
Signalkrebs (Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH)

Wie kann ich den Signalkrebs vom ähnlich aussehenden heimischen Edelkrebs unterscheiden?

Beide Arten haben rote Scherenunterseiten, aber nur der Signalkrebs besitzt bläuliche Flecken an der Oberseite der Scherengelenke. Bestimmungshilfen finden Sie hier.


Herkunft und Ausbreitung

Der Signalkrebs stammt von der nordamerikanischen Westküste, wurde in der Schweiz zu kulinarischen Zwecken bewusst ausgesetzt und hat sich grossflächig etabliert. Er kann über kürzere Strecken eigenständig wandern und sich entlang von Fliessgewässern ausbreiten. Wenn isoliert neue Populationen auftreten, muss davon ausgegangen werden, dass Exemplare ausgesetzt wurden.


Vorkommen in der Schweiz

Der Signalkrebs bewohnt Uferbereiche von Flüssen und Seen. Er kommt bereits in vielen Schweizer Gewässern, vor allem in Flüssen vor und breitet sich weiter stark aus. Im Gegensatz zum Kamberkrebs dringt der Signalkrebs auch in Seitengewässer vor und bedroht dort die Bestände der heimischen Krebse. 


Kamberkrebs (Orconectes limosus)

  • Körpergrösse bis 12 cm
  • Helle Scherenunterseite
  • Rostbraune Querstreifen auf Schwanzsegmenten. Die Streifen sind ein gutes Erkennungsmerkmal!

Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH
Kamberkrebs (Kuno von Wattenwyl)

Herkunft und Ausbreitung

Der Kamberkrebs wurde aus Nordamerika eingeführt. In der Schweiz breitet er sich entlang von grossen Fliessgewässern natürlich aus. Vermutlich können auch Überschwemmungen zur Weiterverbreitung beitragen.


Vorkommen in der Schweiz

Langsam fliessende und stehende Gewässer mit schlammigem Untergrund sind die bevorzugten Gebiete des Kamberkrebs. Er ist in zahlreichen grossen Flüssen und in Seen in der ganzen Schweiz zu finden. Auch in der Zentralschweiz (u.a. im Vierwaldstätter-, Zuger- und Lauerzersee) hat er sich etabliert.


Galizierkrebs (Astacus leptodactylus)

  • Körperlänge bis 18 cm
  • Blassgelbe bis hellbraune Scherenunterseite

Ullrich Mühlhoff (CC BY-SA 3.0)
Galizierkrebs (Ullrich Mühlhoff (CC BY-SA 3.0))

Herkunft und Ausbreitung

Der Galizierkrebs wurde gezielt aus Osteuropa eingeführt, um die Verluste bei den einheimischen Arten zu kompensieren.


Vorkommen in der Schweiz

Der Galizierkrebs kommt mehrheitlich in Seen und Weihern vor (auch schlammig). Er ist bislang vor allem im Mittelland und in einzelnen verstreut liegenden Gewässern zu finden.


Problematik von invasiven Krebsen

Die invasiven Krebse können auch in Gewässern, die stark durch den Menschen verändert wurden gut leben. Sie sind ausserdem toleranter gegenüber Verschmutzungen oder Sauerstoffmangel, als dies einheimische Krebsarten sind. So können sie die heimischen Krebsarten zurückdrängen. Die nordamerikanischen Krebse übertragen zusätzlich die Krebspest (Aphanomyces astaci), eine Pilzerkrankung, welche die weichen Gelenkhäute befällt. Sie verläuft für Edelkrebs und Co. tödlich und kann ganze Bestände auslöschen. Der europäische Galizierkrebs ist hingegen auch von der Krebspest betroffen und aus diesem Grund weniger problematisch.


Was tun?

  • Keine Krebse aus Aquarien, Weihern oder Zuchten aussetzen.
  • Keine Krebse von einem Gewässer in ein anderes setzen.
  • Keine Krebse aus dem Ausland einführen.
  • Boote, Wassersport- und Fischereigeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen und trocknen. Sämtliches Angelzubehör desinfizieren (siehe Merkblatt «Verhinderung der Krebspestverbreitung»
  • Beobachtungen von invasiven Krebsen oder toten einheimischen Krebsen bei der kantonalen Fischereiaufsicht oder Neobiota-Fachstelle melden.

Invasive Muscheln

Drei invasive Muschelarten verbreiten sich in der Schweiz. Die neuste Vertreterin – die Quaggamuschel – ist eine besonders gefürchtete invasive Art. Sie ist erst vor wenigen Jahren in der Schweiz entdeckt worden und breitet sich schnell aus. Die invasiven Muscheln treten rasch in hohen Dichten auf. Da sie ihren Lebensraum stark prägen, werden sie auch ‘Ökosystem-Ingenieure’ genannt.

Grobgerippte Körbchenmuschel (Corbicula fluminea)

  • Dicke rundliche Schale mit kräftigen Rippen
  • Grösse bis ca. 3.5 cm

Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH
Körbchenmuscheln (Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH)

Herkunft und Ausbreitung

Die Grobgerippte Körbchenmuschel kommt ursprünglich aus Südostasien und wurde im 19. und 20. Jahrhundert als Proviant nach Nordamerika gebracht. Nach Europa kam sie vermutlich als kaum sichtbare winzige Larven in Ballastwassertanks von Schiffen.


Vorkommen in der Schweiz

Die Körbchenmuschel ist weit verbreitet in allen Teilen der Schweiz. Sie lebt auf weichem Untergrund von Seen und Flüssen, vor allem im Uferbereich. So kommt sie z.B. auch im Naturschutzgebiet Frauenwinkel am Zürichsee vor – einer wertvollen Moorlandschaft, die Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt ist.


Wander- oder Zebramuschel (Dreissena polymorpha)

  • Dreieckige Form (daher auch Dreikantmuschel genannt)
  • Mit bräunlichen Streifen (namensgebende «Zebra-Streifen»)

Wandermuscheln (Sylvie Flämig m|u|t, Amt für Gewässer, SZ & Sabine Betschart)
Wandermuscheln (Sylvie Flämig m|u|t, Amt für Gewässer, SZ & Sabine Betschart)

Herkunft und Ausbreitung

Das Ursprungsgebiet der Wandermuschel ist das Schwarze und Kaspische Meer. In der Schweiz ist sie schon seit den 1960er Jahren zu finden. Wie andere Tiere aus diesen Gewässern wurde sie im Ballastwasser oder am Rumpf von grossen Schiffen verfrachtet. Die Larven der Wandermuschel sind winzig und treiben frei im Wasser, so dass sie leicht in die Tanks gesogen werden können. Bei uns können die Muscheln auch mit Freizeitbooten oder Wassersportgeräten als Larven oder erwachsene Tiere verbreitet werden.


Vorkommen in der Schweiz

Die Zebramuschel ist sehr weit verbreitet und lebt in Seen und langsam fliessenden Gewässern.


Quaggamuschel (Dreissena rostriformis bugensis)

  • Rundlich-dreieckig 
  • Oft mit unvollständigen oder gar keinen Streifen

Quaggamuscheln (Linda Haltiner, Eawag)
Quaggamuscheln (Linda Haltiner, Eawag)

Wie kann ich Wander- und Quaggamuscheln unterscheiden?

Die beiden Arten haben ein sehr variables Aussehen und können leicht verwechselt werden. Eine Quaggamuschel kippt jedoch um, wenn sie auf die Seite gestellt wird. Eine Wandermuschel kippt nicht um.


Oben und unten: Quaggamuscheln, in der Mitte: Wandermuschel (Linda Haltiner, Eawag)

Herkunft und Ausbreitung

Auch die Quaggamuschel stammt aus dem Gebiet des Schwarzen und des Kaspischen Meeres. Den Namen erhielt die Quaggamuschel in Anlehnung an eine von einer mit dem Zebra verwandten Art, die inzwischen ausgestorben ist – dem Quagga. Wie andere invasive Muscheln wurde die Quaggamuschel mit dem Schiffsverkehr (v.a. Ballastwasser) weltweit verbreitet. Auch sie kann sich an die Aussenhaut von Freizeitbooten anhaften oder als Larven in stehendem Wasser transportiert werden.


Vorkommen in der Schweiz

Die Quaggamuschel wurde erst 2015 in der Schweiz entdeckt, breitet sich aber seitdem rasant aus. Sie hat sich im Bodensee, im Rhein und in den grossen Westschweizerseen etabliert.


Problematik

Die Muscheln vermehren sich schnell und filtrieren grosse Mengen Nährstoffe (winziges Plankton, Algen) aus dem Wasser. Dies kann die komplette Nahrungskette in einem Ökosystem verändern, da z.B. Fischnährtiere keine Nahrung mehr finden. Eine veränderte Artenzusammensetzung und Einbussen beim Fischfang können die Folgen sein.

Wenn die Körbchenmuschel massenhaft am Gewässergrund wächst, verändert dies den Lebensraum für andere Arten, die den weichen Untergrund benötigen. Gleichzeitig begünstigen die entstehenden Muschelbänke die anderen invasiven Muschelarten. Wander- und Quaggamuscheln wachsen auf hartem Untergrund – auf Steinen, Schalen von Teichmuscheln, aber auch in Rohren und Filtern von Wasserleitungen für die Trinkwasserversorgung oder von Heizsystemen. Die Reinigung und Umrüstung dieser Anlagen ist sehr aufwändig und teuer.

Was tun?

  • Keine Muscheln in Gewässer freisetzen.
  • Boote und Wassersportgeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen und trocknen.

Invasive Wirbellose

Grosser Höckerflohkrebs (Dikerogammarus villosus)

  • Besitzt 2 auffällige Höcker am untersten Rückensegment. Diese sind namensgebend.
  • Wird mit bis zu zweieinhalb Zentimeter deutlich grösser als die einheimischen Flohkrebse

Grosse Höckerflohkrebse (© HYDRA)
Grosse Höckerflohkrebse (© HYDRA)

Herkunft und Ausbreitung

Der Grosse Höckerflohkrebs ist einer der Vertreter aus dem Pontokaspischen Raum, die europaweit als invasiv in Erscheinung treten. Er wanderte wahrscheinlich mittels Ballastwasser in Frachtschiffen die Donau hinauf und konnte sich über die verbundenen Schifffahrtswege rasch in den Rhein ausbreiten. In der Schweiz wurden zunächst viele nicht zusammenhängende Vorkommen beobachtet. Dies unterstützt die Vermutung, dass Boote, eventuell Wassersportgeräte oder auch ausgeleertes Aquariumswasser eine Rolle bei der Verbreitung spielt.


Vorkommen in der Schweiz

Der Grosse Höckerflohkrebs kommt inzwischen in den meisten Flüssen und Seen in der Schweiz vor, auch in der Zentralschweiz. Er ist an steinigen Stellen am Ufer zu finden, oft auch an der Unterseite von Steinen, in Ritzen oder inmitten von Muschelbeständen.


Problematik und Schäden

Der Grosse Höckerflohkrebs ist ein räuberischer Allesfresser und frisst Insektenlarven, Fischeier und andere Flohkrebse. Da er sich stark vermehrt, kann er Bestände von einheimischen Flohkrebsen und anderen Wirbellosen dezimieren. Aktuell wird untersucht, ob ein dramatischer Arten- und Individuenrückgang in der Limmat auf ein Zusammenspiel des Grossen Höckerflohkrebs und einer zweiten invasiven Flohkrebsart zurückzuführen ist.


Was tun?

  • Boote, Wassersportgeräte und Fischereimaterial (Stiefel & Wathosen!) vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen.
  • Keine Lebewesen und kein Aquariumswasser in Gewässer entsorgen.

Invasive Reptilien

Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)

Rotwangen-Schmuckschildkröte (Brad M. Glorioso)
Rotwangen-Schmuckschildkröte (Brad M. Glorioso)

  • Charakteristischer orange-roter Fleck hinter den Augen. Bei älteren Tieren kann es sein, dass dieser nicht mehr gut erkennbar ist.
  • Kopf und Hals gelb gestreift

Herkunft und Ausbreitung

In den 1970er und 1980er Jahren wurden Jungtiere der aus Nordamerika stammenden Rotwangen-Schmuckschildkröte als anspruchsloses Haustier für Kinder beworben. Die Tiere werden aber bis zu 40 Jahre alt und haben als ausgewachsene Tiere (30 cm gross) einen hohen Platzbedarf. Vielfach wurden sie daher in freier Wildbahn «entsorgt». 


Vorkommen in der Schweiz

Immer wieder werden in Weihern, Seen oder sehr ruhigen Fliessgewässern Exemplare der Rotwangen-Schmuckschildkröte gemeldet, die vermutlich ausgesetzt wurden, beispielsweise auch im Vierwaldstättersee im Gebiet Hopfräben.


Problematik

Rotwangen-Schmuckschildkröten sind als Jungtiere Fleischfresser und später anpassungsfähige Allesfresser. Sie vertilgen neben Pflanzen auch Laich von Amphibien, Fische und Insekten. Dadurch gefährden sie Bestände seltener und bedrohter Arten. Zudem konkurrenzieren sie die bedrohte einheimische Europäische Sumpfschildkröte. Noch können sie in unseren Gewässern nur überleben, sich aber nicht fortpflanzen. Es gibt aber bereits Hinweise aus Nachbarländern, dass sich dies mit steigenden Temperaturen ändert.


Was tun?

  • Der Umgang mit und die Haltung der Rotwangen-Schmuckschildkröte ist verboten (FrSV Anhang 2): Wer bereits über viele Jahre eine Rotwangen-Schmuckschildkröte als Haustier hat, muss das Tier einer registrierten Einrichtung übertragen und mit dieser einen Vertrag zur Gebrauchsleihe abschliessen.
  • Gehege auf Ausbruchsicherheit kontrollieren.
  • Keine Tiere aussetzen. Falls nötig, bei einer Auffangstation abgeben

Invasive Wasserpflanzen

Die aufgelisteten Wasserpflanzen stehen auf der Liste der verbotenen invasiven gebietsfremden Organismen im Anhang 2 der Freisetzungsverordnung (FrSV). Mit ihnen darf in der Umwelt nicht umgegangen werden, das heisst Neuanpflanzung und Verbreitung sind verboten!

Kanadische und Nuttalls Wasserpest (Elodea canadensis/ nuttallii)

  • Sehr lange und dünne gleichmässig beblätterte Stängel
  • Die Blätter bilden 3-zählige Quirle

Kanadische Wasserpest (Saxifraga-Peter Meininger)
Kanadische Wasserpest (Saxifraga-Peter Meininger)

Nutalls Wasserpest (Saxifraga-Peter Meininger)
Nutalls Wasserpest (Saxifraga-Peter Meininger)

Herkunft und Ausbreitung

Die beiden Wasserpestarten stammen aus Nordamerika und wurden als Zierpflanzen für Teiche und Aquarien eingeführt. Die Pflanzen wurden absichtlich oder unabsichtlich ins Gewässer eingebracht und konnten sich dort etablieren. Pflanzenteile können mit Schiffen oder durch Wasservögel weiterverbreitet werden. Beide Wasserpestarten vermehren sich sehr effektiv – so wachsen auch aus kleinen, abgetrennten Sprossteilen schnell neue Pflanzen.


Vorkommen in der Schweiz

Beide Wasserpestarten sind in vielen Schweizer Gewässern verbreitet, in stehenden bis langsam fliessenden Gewässern, Seen und Teichen. Auch in der Zentralschweiz sind sie in verschiedenen Gewässern problematisch, u.a. im Vierwaldstätter-, Zuger- oder Zürichsee oder im Tuggenerkanal im Kanton Schwyz. Nuttalls Wasserpest scheint sich inzwischen gegenüber der Kanadischen Wasserpest durchzusetzen und verdrängt diese teilweise.


Grosser Wassernabel(Hydrocotyle ranunculoides)

  • 3-7 lappige nierenförmige bis beinahe kreisrunde Schwimmblätter
  • Pflanzenart, die sowohl im als auch ausserhalb des Wassers wächst 
  • Vermehrt sich in Europa ausschliesslich vegetativ (Vermehrung über Zellteilung, Pflanze bildet Ausläufer, aber keine Samen)

Dichter Bestand des Grossen Wassernabels in Holland (Saxifraga-Jan van der Straaten)
Dichter Bestand des Grossen Wassernabels in Holland (Saxifraga-Jan van der Straaten)

Herkunft und Ausbreitung

Südamerika


Vorkommen in der Schweiz

Bis jetzt nicht in der Schweiz nachgewiesen. 


Problematik

Die Pflanzen bilden dichte Bestände und verdrängen so die einheimische Flora und Fauna, beispielsweise durch die Beschattung des Gewässergrunds. Auch bei Freizeitaktivtäten, wie Schwimmen, Fischen und Bootfahren kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Der Grosse Wassernabel ist besonders schnell wachsend (im Sommer bis 20 cm pro Tag) und bildet zu 100% deckende Teppiche. In einigen Nachbarländer verursacht er grosse Probleme.


Was tun?

  • Aquarien- und Teichpflanzen (auch Pflanzenteile, Samen oder Wurzeln) im Kehricht und nicht in der Natur entsorgen.
  • Auf einheimische Wasserpflanzen setzen!
  • Boote und Wassersportgeräte auf Pflanzenteile kontrollieren und reinigen

Quellen