Einheimische Arten wie Stein-, Dohlen- und Edelkrebse gelten heute als gefährdet bis stark gefährdet. Die invasiven Krebse sind besonders robust und somit eine starke Konkurrenz. Zusätzlich sind sie Überträger von Krebspest, einer gefährlichen Pilzkrankheit.

 

Flusskrebse

 

Galizierkrebs
Astacus leptodactylus

  • Körperlänge bis 18 cm
  • Blassgelbe bis hellbraune Scherenunterseite
Einschleppung
  • Der Galizierkrebs wurde gezielt aus Osteuropa eingeführt, um die Verluste bei den einheimischen Arten zu kompensieren.
Gefahren
  • Die invasiven Krebse können auch in Gewässern, die stark durch den Menschen verändert wurden, gut leben. Sie sind ausserdem toleranter gegenüber Verschmutzungen oder Sauerstoffmangel, als dies einheimische Krebsarten sind. So können sie die heimischen Krebsarten zurückdrängen.
  • Die nordamerikanischen Krebse übertragen zusätzlich die Krebspest (Aphanomyces astaci), eine Pilzerkrankung, welche die weichen Gelenkhäute befällt. Sie verläuft für Edelkrebs und Co. tödlich und kann ganze Bestände auslöschen. Der europäische Galizierkrebs ist hingegen auch von der Krebspest betroffen und aus diesem Grund weniger problematisch.

Kamberkrebs
Orconectes limosus

  • Körpergrösse bis 12 cm
  • Helle Scherenunterseite
  • Rostbraune Querstreifen auf Schwanzsegmenten. Die Streifen sind ein gutes Erkennungsmerkmal.

Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH

Einschleppung
  • Als Speisekrebs importiert und ausgesetzt.
  • Der Kamberkrebs wurde aus Nordamerika eingeführt. In der Schweiz breitet er sich entlang von grossen Fliessgewässern natürlich aus.
  • Vermutlich können auch Überschwemmungen zur Weiterverbreitung beitragen.
Gefahren
  • Überträgt die Krebspest, eine Pilzkrankheit, an der die einheimischen Krebse sterben.
  • Gilt als konkurrenzstark und drängt bereits bedrohte einheimische Krebsarten weiter zurück.

Signalkrebs
Pacifastacus leniusculus

  • Körpergrösse bis 15 cm
  • Rote Scherenunterseiten
  • Weiss bis türkis-bläulicher Flecken an der Oberseite der Scherengelenke. Diesem «Signalflecken» verdankt der Signalkrebs seinen Namen.

Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH

Einschleppung
  • Der Signalkrebs stammt von der nordamerikanischen Westküste, wurde in der Schweiz zu kulinarischen Zwecken bewusst ausgesetzt und hat sich grossflächig etabliert.
  • Er kann über kürzere Strecken eigenständig wandern und sich entlang von Fliessgewässern ausbreiten.
Prävention
  • Boote und andere Wassersportgeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen.
  • Verzicht auf Haltung in Aquarien.
Unterscheidung
  • Signalkrebse sehen heimischen Edelkrebsen ähnlich. So können Sie sie unterscheiden: Beide Arten haben rote Scherenunterseiten, aber nur der Signalkrebs besitzt bläuliche Flecken an der Oberseite der Scherengelenke.
  • Bestimmungshilfen finden Sie hier.

 

Krebse
Alle Arten

Prävention
  • Keine Krebse aus Aquarien, Weihern oder Zuchten aussetzen.
  • Keine Krebse von einem Gewässer in ein anderes setzen.
  • Keine Krebse aus dem Ausland einführen.
  • Boote, Wassersport- und Fischereigeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen und trocknen. Sämtliches Angelzubehör desinfizieren (siehe Merkblatt «Verhinderung der Krebspestverbreitung»
  • Beobachtungen von invasiven Krebsen oder toten einheimischen Krebsen bei der kantonalen Fischereiaufsicht oder Neobiota-Fachstelle melden.

Flohkrebse

 

Grosser Höckerflohkrebs
Dikerogammarus villosus

  • Zwei auffällige Höcker am untersten Rückensegment
  • Grösse: bis zu 2.5 cm; deutlich grösser als die einheimischen Flohkrebse

Grosse Höckerflohkrebse (© HYDRA)

Einschleppung
  • Mit Booten und anderen Wassersportgeräten, evtl. mit ausgesetzten Aquarienfischen oder ausgeleertem Wasser aus Aquarien verbreitet.
  • Der Grosse Höckerflohkrebs ist einer der Vertreter aus dem Pontokaspischen Raum, die europaweit als invasiv in Erscheinung treten. Er wanderte wahrscheinlich mittels Ballastwasser in Frachtschiffen die Donau hinauf und konnte sich über die verbundenen Schifffahrtswege rasch in den Rhein ausbreiten. In der Schweiz wurden zunächst viele nicht zusammenhängende Vorkommen beobachtet. Dies unterstützt die Vermutung, dass Boote, eventuell Wassersportgeräte oder auch ausgeleertes Aquariumswasser eine Rolle bei der Verbreitung spielt.
Gefahren
  • Räuberischer Allesfresser: frisst andere Flohkrebse, Insektenlarven und Fischeier.
  • Verdrängt einheimische Flohkrebse und andere Kleintiere.
Prävention
  • Boote und andere Wassersportgeräte vor dem Gewässerwechsel
    gründlich reinigen.