Drei invasive Muschelarten verbreiten sich in der Schweiz. Die neuste Vertreterin – die Quaggamuschel – ist eine besonders gefürchtete invasive Art. Sie ist erst vor wenigen Jahren in der Schweiz entdeckt worden und breitet sich schnell aus.

Quaggamuschel
Dreissena rostriformis bugensis

  • Rundlich-dreieckig
  • Oft mit unvollständigen oder ganz ohne Streifen
  • Die Quaggamuschel stammt aus dem Gebiet des Schwarzen und des Kaspischen Meeres. Den Namen erhielt die Quaggamuschel in Anlehnung an eine von einer mit dem Zebra verwandten Art, die inzwischen ausgestorben ist – dem Quagga.

Quaggamuscheln (Linda Haltiner, Eawag)

Einschleppung
  • Wie andere invasive Muscheln wurde die Quaggamuschel mit dem Schiffsverkehr (v. a. Ballastwasser) weltweit verbreitet. Auch sie kann sich an die Aussenhaut von Freizeitbooten anhaften oder als Larven in stehendem Wasser transportiert werden.
  • Muscheln oder Larven werden mit Booten und anderen Wassersportgeräten verfrachtet.
Gefahren
  • Wachsen auf hartem Untergrund wie auf Steinen, Schalen von Teichmuscheln, aber auch in Rohren und Filtern von Wasserleitungen für die Trinkwasserversorgung oder von Heizsystemen. Die Reinigung und Umrüstung dieser Anlagen ist sehr aufwändig und teuer.
  • Wachsen in Rohren und Filtern der Wasserversorgung oder von Kraftwerken (verursacht hohe Kosten).
  • Filtrieren viele Nährstoffe aus dem Wasser, die anderen Arten fehlen.
  • Die Muscheln vermehren sich schnell und filtrieren grosse Mengen Nährstoffe (winziges Plankton, Algen) aus dem Wasser. Dies kann die komplette Nahrungskette in einem Ökosystem verändern, da z. B. Fischnährtiere keine Nahrung mehr finden.

Grobgerippte Körbchenmuschel
Corbicula fluminea

  • Dicke rundliche Schale mit kräftigen Rippen
  • Grösse bis ca. 3.5 cm
Patrick Steinmann, Baudirektion, Kt. ZH
Einschleppung
  • Die Grobgerippte Körbchenmuschel kommt ursprünglich aus Südostasien und wurde im 19. und 20. Jahrhundert als Proviant nach Nordamerika gebracht.
  • Nach Europa kam sie vermutlich als kaum sichtbare winzige Larven in Ballastwassertanks von Schiffen.
Gefahren
  • Wenn die Körbchenmuschel massenhaft am Gewässergrund wächst, verändert dies den Lebensraum für andere Arten, die den weichen Untergrund benötigen.
  • Gleichzeitig begünstigen die entstehenden Muschelbänke die anderen invasiven Muschelarten.

 

Dreikant-, Wander- oder Zebramuschel
Dreissena polymorpha

  • Dreieckige Form
  • Bräunliche Streifen

Wandermuscheln (Sylvie Flämig m|u|t, Amt für Gewässer, SZ & Sabine Betschart)

Gefahren
  • Wachsen auf hartem Untergrund wie auf Steinen, Schalen von Teichmuscheln, aber auch in Rohren und Filtern von Wasserleitungen für die Trinkwasserversorgung oder von Heizsystemen. Die Reinigung und Umrüstung dieser Anlagen ist sehr aufwändig und teuer.

Generell gilt:

  • Boote und andere Wassersportgeräte vor dem Gewässerwechsel gründlich reinigen.
  • Muscheln nicht in Gewässern aussetzen.

Muscheln erkennen und unterscheiden

Die Wander- und Quaggamuscheln haben ein sehr variables Aussehen und können leicht verwechselt werden. Stellen Sie die Muschel auf die Seite, um Sie zu erkennen:

  • Die Quaggamuschel kippt um, wenn sie auf die Seite gestellt wird.
  • Die Wandermuschel kippt nicht um.

Oben und unten je eine Quaggamuschel, in der Mitte die Wandermuschel.