Weil der Bodenschutz nicht an der Kantonsgrenze aufhört, hat Umwelt Zentralschweiz 2009 das Projekt «Kantonale Bodenbeobachtung» (KABO ZCH) gestartet, um die Böden in der Region koordiniert und gemeinsam zu überwachen. Seither wurde eine Reihe verschiedener Untersuchungen durchgeführt, um den Zustand des Bodens besser zu kennen und verstehen, sowie seine Entwicklung im Blick zu behalten.

Die Nutzung des Bodens durch den Menschen hat ihre Spuren hinterlassen: In der Schweiz gibt es keine völlig unbelasteten Böden mehr. Eine starke Zunahme der Belastungen des Bodens, beispielsweise durch Bautätigkeit und landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtigt die Bodenfruchtbarkeit. Bodenschäden sind meist irreversibel oder nur mit grossem Aufwand zu korrigieren. Das Vorsorgeprinzip ist deshalb beim Bodenschutz besonders wichtig.

Instrument zur Früherkennung und Erfolgskontrolle

Um Synergien zu nutzen und das Know-how der Bodenschutzfachstellen optimal einzusetzen, haben die Zentralschweizer Umweltdirektionen 2009 beschlossen, eine gemeinsame Bodenüberwachung zu realisieren. Damit wird der Boden in den sechs Zentralschweizer Kantonen nach einem gemeinsamen Konzept beobachtet. Für die Umsetzung ist eine Delegation aus dem Cercle Sol Zentralschweiz zuständig, eine Arbeitsgruppe der Konferenz der Schweizer Umweltschutzämter. Die wichtigsten Ziele der KABO ZCH sind:

  • gesicherte Aussagen zum chemischen, physikalischen und biologischen Zustand der Böden ermöglichen
  • dadurch Bodenbelastungen, die die Fruchtbarkeit der Böden langfristig gefährden könnten, frühzeitig erkennen
  • relevanten Entscheidungsträgern in Politik und Bevölkerung den Handlungsbedarf für die Planung und Erfolgskontrolle von Massnahmen aufzeigen
  • einen schonenden und effizienten Umgang mit der Ressource Boden ermöglichen
  • die Zusammenarbeit der kantonalen Bodenschutzfachstellen fördern

Kantonale Belastungshinweiskarten

Die Erfassung der Schadstoffbelastung der Böden und der korrekte Umgang mit belastetem Bodenmaterial sind zentrale Anliegen des Bodenschutzes. Ein Grossteil der Kantone hat für den Vollzug eine sogenannte Belastungshinweiskarte publiziert. Mit der KABO-Untersuchung wurde ein Zentralschweizer Standard festgelegt, der sowohl die Methodik zur Erstellung der Belastungshinweiskarte definiert, wie auch Standards über dessen Anwendung inklusive Rolle und Aufgaben der Vollzugsbehörden.

 

Versauerung von Waldböden

Regen ist natürlicherweise schwach sauer. Dieser leicht saure Regen ist die treibende Kraft bei der chemischen Verwitterung von Gesteinen und hat unsere Böden entstehen lassen und ist damit ein Stück weit normal. Die Versauerung des Bodens wird durch die vom Menschen verursachten Lufteinträge jedoch massiv beschleunigt. Untersuchungen in Zentralschweizer Wäldern von 2011 zeigten, dass 60 von 115 Standorten teilweise kritische oder gar kritische Versauerungen aufweisen. Das Monitoring von Wäldern und ihren Böden findet inzwischen losgelöst von der Bodenbeobachtung im Rahmen des Projektes Walddauerbeobachtung statt.