Hitzeschutz: Wie wappnet sich die Zentralschweiz für die Zukunft?
17.08.2026
In der Schweiz werden jedes Jahr rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette entsorgt. Das belastet das Klima, die Umwelt und schlussendlich auch die Wirtschaft und das Portemonnaie. Umwelt Zentralschweiz engagiert sich deshalb gegen Lebensmittelverschwendung. Unterstützt werden die beiden Projekte «Restlos geniessen Challenge» und «Food Save».
Bei der «Restlos Geniessen Challenge» versuchen Schulklassen im Lager möglichst alle Lebensmittel restlos zu verwerten. Die Kinder wiegen ihre Lebensmittelreste täglich und verfolgen gemeinsam, wie viel Foodwaste pro Person entsteht. Am Ende gewinnt das Lager mit dem tiefsten Foodwaste-Wert pro Kopf.
Insgesamt setzen sich im Sommer und Herbst 2026 auf diese Weise über 2500 Kinder und Jugendliche in der Zentralschweiz praxisnah mit dem Thema Foodwaste auseinander. Das Projekt ist Teil der Kampagne «E chline Schritt» – der Plattform von Umwelt Zentralschweiz und dem Amt für Umwelt Solothurn.
Jetzt Lager anmelden und Foodwaste reduzieren
Rund ein Zehntel der Lebensmittelverschwendung fällt in der Gastronomie an. Gemeinsam mit dem Verein «United against Waste» (UAW) wurde in der Zentralschweiz im März 2024 deshalb das Projekt «Food Save» lanciert. Gastronomiebetriebe werden dabei von Fachpersonen geschult und begleitet, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Im Kanton Luzern lief das Projekt von 2022 bis 2023.
Kickoff des Projekts Food Save Zentralschweiz war im März 2024, Projektabschluss ist Ende 2026. Im Rahmen des Projekts führen Fachpersonen die teilnehmenden Gastronomiebetriebe – von Restaurants, über Kantinen bis Catering – ins Food Save-Management ein. Für jeden Betrieb werden individuelle Lösungen entwickelt und die nötigen Instrumente wie eine Waste Tracker-App zur Verfügung gestellt.
Gastronomiebetriebe aus den Kantonen Nidwalden, Obwalden, Zug und Schwyz machen bei dieser Projektrunde mit.
Das Hotel Bellevue-Terminus Engelberg hat vom Juni 2024 bis Juni 2025 das Food Save Management durchgeführt. Dabei wurden Portionen bei Klassikern wie Burger, Quesadilla und Thai Curry verkleinert. Das Ergebnis: Deutlich reduzierte Essensreste. Auch Buffets für Bankette, Seminare und Mitarbeitende werden nunmehr laufend per Excel-Listen und Rücklaufanalysen angepasst.
«Damit Essbares nicht im Abfall landet, braucht es auch die Gäste»: Spannender Einblick in das Projekt Food Save Zentralschweiz im Boten der Urschweiz. Der Bote war im Tierpark Goldau im Restaurant Grüne Gans zu Besuch.
Im Kanton Luzern lief das Projekt von 2022 bis 2023 erfolgreich: Bis zu 50 Prozent konnte der Food Waste in einigen Betrieben reduziert werden, durchschnittlich um 35 Prozent. Dieser Erfolg war mitentscheidend für die spätere Ausweitung des Projekts auf die ganze Zentralschweiz.
Um auch die langfristigen Erfolge zu untersuchen, wurden im Kanton Luzern statt der üblichen zwei gleich drei Messperioden durchgeführt. Das Fazit: Dranbleiben lohnt sich. Die dritte Messung 2025 bestätigte eine weitere Reduktion der Lebensmittelabfälle. Insgesamt haben die Betriebe ihre Lebensmittelabfälle pro Gast von 2022 bis 2025 um fast ein Drittel reduziert. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das über 52 Tonnen weniger Food Waste – so viel wie die jährlichen Abfälle von rund 260 Vierpersonenhaushalten – und eine Einsparung von etwa 129 Tonnen CO₂. Durch den ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln sanken die Warenkosten der Betriebe um rund 26 Prozent.