Ausgangslage

PFAS sind eine Gruppe von über 10’000 chemischen Verbindungen, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften jahrzehntelang in zahlreichen Produkten eingesetzt wurden, darunter Kochgeschirrbeschichtungen, Feuerlöschschäume, Textilimprägnierungen, Verpackungsmaterialien und Skiwachs. Ihre Kohlenstoff-Fluor-Bindung ist so stabil, dass sich PFAS in der Umwelt praktisch nicht abbauen. Sie werden deshalb auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet, reichern sich in Böden, Gewässern und lebenden Organismen an und können beim Menschen unter anderem Immunsystem, Hormonhaushalt und Leber beeinträchtigen.

Der Bund erarbeitet derzeit Beurteilungswerte und Vollzugsgrundlagen zum Umgang mit PFAS im Boden. Die Publikation der Beurteilungswerte wird für 2027 erwartet. Die Zentralschweizer Kantone wollen darauf vorbereitet sein und schaffen mit dieser KABO-Phase die fachliche Grundlage für einen wirkungsvollen und koordinierten Vollzug.

Aufbau der Untersuchung

Die Untersuchung 2026 bis 2029 umfasst ein Hauptprojekt und zwei Schwerpunktprojekte. Im Hauptprojekt wird ein digitaler PFAS-Bodenatlas erarbeitet, eine dynamische Wissensplattform, die bestehende Daten aus allen sechs Kantonen zusammenführt, Belastungsschwerpunkte sichtbar macht und Eintragspfade darstellt. In den beiden Schwerpunktprojekten werden ausgewählte Themenbereiche mit Bodenuntersuchungen vertieft und die Erkenntnisse in den Bodenatlas integriert. Die fachlichen Arbeiten starten im Sommer 2026.

Hauptprojekt: PFAS-Bodenatlas

In den sechs Zentralschweizer Kantonen liegen aus verschiedenen Untersuchungen bereits Informationen zu PFAS-Belastungen in Böden vor, etwa aus landwirtschaftlichen Flächen, aus Wintersportgebieten, Feuerwehrübungsplätzen oder städtischen Böden. Der PFAS-Bodenatlas soll diese Grundlagen zusammenführen und um weitere Informationen ergänzen.

Der Bodenatlas wird so aufgebaut, dass er kompatibel mit den kantonalen Geoportalen ist, dynamisch neue Daten integrieren kann und mit der raschen Entwicklung der PFAS-Thematik Schritt hält. Er soll Verdachtsflächen frühzeitig identifizieren, einheitlich beurteilen und Zusammenhänge zwischen Boden und weiteren Umweltkompartimenten sichtbar machen.

Damit soll ein Vollzugsinstrument entstehen, das den Kantonen erlaubt, potenziell belastete Flächen gezielt zu identifizieren, Prioritäten für weitere Untersuchungen zu setzen und ihren Vollzug an die kommenden Bundesvorgaben anzuknüpfen.

Schwerpunktprojekte

Die beiden Schwerpunktprojekte werden zu Beginn der Bearbeitung gemeinsam mit den beteiligten Kantonen definiert. Die Kantone haben in einer ersten Themenpriorisierung mögliche Schwerpunkte diskutiert. Zur Auswahl stehen unter anderem landwirtschaftlich genutzte Böden mit möglichen diffusen PFAS-Einträgen, Böden im Umfeld bekannter Hotspots oder Punktquellen, Böden in Wintersportgebieten oder auf Flugplatzarealen sowie städtische Böden mit möglichen diffusen Belastungen. Der definitive Themenentscheid erfolgt im weiteren Projektverlauf.

Zeitplan

Der Projektstart erfolgt im Sommer 2026. In den Jahren 2026 und 2027 werden der Bodenatlas aufgebaut und die Schwerpunktprojekte bearbeitet. 2028 folgt die Vertiefung und der Abgleich mit den Bundesvorgaben. Mitte 2029 werden die Ergebnisse abgeschlossen und öffentlich kommuniziert. Der Bodenatlas wird anschliessend als langfristiges Vollzugsinstrument in den Kantonen verankert.