Baustelle

12. Mai 2022

Wenn eine Gemeinde das Angebot des ZUBI nutzt, besucht eine ausgewiesene Umweltfachperson die Baustellen auf dem Gemeindegebiet und kontrolliert die sechs Umweltbereiche Abfall, gefährliche Güter, Boden, Luft, Entwässerung und Lärm auf der Basis von Checklisten. Falls auf Baustellen Zuwiderhandlungen vorkommen oder Auflagen nicht erfüllt werden, informiert die Fachperson die Gemeinden, so dass diese entsprechende Massnahmen einleiten können. Das ZUBI erleichtert damit den Gemeinden den Vollzug von Umweltschutz-Kontrollaufgaben. Zudem ist gewährleistet, dass alle Baustellen nach denselben Kriterien überprüft werden.

Verfehlungen gehen zurück, dennoch weiteres Potential

«Die Verfehlungen gehen in den Gemeinden, welche die Kontrollen an das ZUBI auslagern, deutlich zurück», sagt Alain Schmutz, Leiter der Abteilung Umwelt des Kantons Obwalden und Vorsitzender der Betriebskommission des ZUBI, und ergänzt: «Leider führen jedoch noch lange nicht alle Gemeinden Umweltkontrollen durch.» Grundsätzlich können die Gemeinden die Kontrollen auch selbst durchführen, jedoch fehlen ihnen meist das nötige Fachwissen und die Zeit. Um den Gemeinden die nötige Unterstützung zu bieten, haben die Zentralschweizer Kantone 2009 das Angebot des ZUBI ins Leben gerufen. Nun wollen die Zentralschweizer Kantone noch gezielter Vorgehen und die Gemeinden weiter unterstützen.

Kanton Luzern unterstützt Gemeinden bei Abwicklung der Umweltkontrollen

42 Gemeinden im Kanton Luzern wollen die Steuerung der Umweltkontrollen dem Kanton übertragen. Die Aufsichtspflicht über den Umweltschutz auf Baustellen verbleibt jedoch bei der zuständigen Gemeinde. Zurzeit erarbeitet der Kanton Luzern die Voraussetzungen, um die Steuerung der Umweltkontrollen sowie die Berichterstattung komplett elektronisch abzuwickeln, was zu einer Standardisierung des Prozesses und höheren Effizienz führt. Dafür wird der Prozess direkt in eBAGE+, der Anwendung für die elektronische Verwaltung der Baugesuche, integriert. Der Kanton Luzern plant, im Herbst 2022 die ersten Kontrollen über eBAGE+ abzuwickeln. Falls der Kanton Luzern mit der neuen Steuerung eine positive Wirkung bei der Umsetzung und Dokumentation der Umweltkontrollen feststellt, wird er seine Erfahrungen mit den Zentralschweizer Kantonen teilen.