1. Mai 2022

In den warmen Jahreszeiten schätzen wir unsere Seen und Flüsse besonders: Die Zeit fürs Segeln, Kanufahren, Angeln und andere Wassersportarten hat wieder begonnen.

Die Ökosysteme unserer Gewässer sind aber zusehends durch invasive Arten, im Fach als «invasive Neobiota» bezeichnet, bedroht. Muscheln, Krebse oder Wasserpflanzen werden vom Menschen aus anderen Regionen der Welt meist versehentlich in Schweizer Gewässer gebracht. Die winzigen Organismen haften an Bootsrümpfen, Fischereigeräten, Tauchflaschen, Surfbrettern oder anderen Wassersportgeräten und werden unbemerkt vom einen Gewässer ins andere transportiert.

Hier verbreiten sie sich ungebremst, weil ihnen natürliche Feinde fehlen. Das macht sie «invasiv» und belastet das bestehende Ökosystem. So können Krankheiten auf Fische und andere Wassertiere übertragen, Infrastruktur von wuchernden Muscheln beschädigt und heimische Fischarten verdrängt werden.

Um die Ausbreitung invasiver Neobiota zu stoppen, müssen alle ihren Beitrag leisten und am See oder Fluss wichtige Verhaltensregeln beachten. Nur so können wir uns noch lange an gesunden Gewässern mit intakten Ökosystemen erfreuen.

Helfen Sie mit!

Hier finden Sie Verhaltensregeln für:

  • Schiffe und Boote
  • die Fischerei
  • Paddel-, Schlauchboote und SUPs
  • den Tauchsport

Zur Infoseite

Hartnäckige Muschel verursacht teure Schäden

Eine Art, deren Ausbreitung verhindert werden soll, ist die aus dem Schwarzmeerraum stammende Quaggamuschel. Seit ihrer Entdeckung in der Schweiz 2014 hat sie sich rasant ausgebreitet und kommt im Bodensee, Rhein und in den grossen Westschweizer Seen vor.

In den Zentralschweizer Seen wurde die Quaggamuschel bisher noch nicht entdeckt!

Umso wichtiger, jetzt gut Acht zu geben, um eine Verschleppung zu verhindern. Sie kann die Artenzusammensetzung in den Zentralschweizer Seen stark beeinflussen. Die Muscheln vermehren sich schnell und filtrieren grosse Mengen Nährstoffe (winziges Plankton, Algen) aus dem Wasser. Dies kann die Nahrungskette in einem Ökosystem verändern, da z. B. Nährtiere von Fischen keine Nahrung mehr finden. Eine veränderte Artenzusammensetzung und Einbussen beim Fischfang können die Folgen sein.

Bild: L. Haltiner, EAWAG

Besonders problematisch ist die Quaggamuschel auch, weil sie an wichtigen Infrastrukturanlagen wie Rohren oder Filtern wächst und sich dort unaufhaltsam verbreitet. Das führt zu verstopften Leitungen und beschädigten Filtern in Trinkwasseranlagen, deren Reparatur teuer ist.

«Quaggamuschel überfällt
die Schweiz»

Auch das SRF berichtete kürzlich über die Quaggamuschel in Schweizer Seen.

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