Umwelt Zentralschweiz: Welche Bedeutung hat der Ausbau der Solarenergie aktuell für die regionale Energieversorgung?
Roland Krummenacher: Der Ausbau der Solarenergie ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Regional produzierter Solarstrom stärkt die Versorgungssicherheit, reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Photovoltaik erlaubt die Produktion von grossen Strommengen im Sommer. Auch im Winter gewinnt diese Technologie an Bedeutung. Dies wird oft unterschätzt.
Welche Herausforderungen entstehen durch den starken Ausbau von Photovoltaikanlagen für das Stromnetz?
Durch den starken Ausbau entstehen zeitweise hohe Stromüberschüsse, insbesondere an sonnigen Tagen. Das kann lokale Netzabschnitte belasten und die Stabilität des Netzes gefährden. Um auch grosse Produktionsspitzen jederzeit bewältigen zu können, ist ein kostspieliger Ausbau der Netzkapazität erforderlich.
Was versteht man unter einem «netzdienlichen Ausbau» der Energieinfrastruktur?
Die Produktion und der Verbrauch sowie die Speicher- und Netzkapazitäten sind aufeinander abzustimmen. Im Fokus steht eine stabile, effiziente und kostengünstige Stromversorgung. Dazu können Digitalisierung, Flexibilisierung der Lasten sowie saisonale, dynamische Vergütungsmodelle einen grossen Beitrag leisten. Zum Beispiel könnten Vergütungen für die Einspeisung von Strom in den Wintermonaten erhöht werden. Der intelligente Einsatz von Speichern sowie auch der bedarfsgerechte Ausbau der Netze sind weitere wichtige Elemente.