Herr Stofer, warum führt der Kanton Zug in Steinhausen Messungen mit einer mobilen Luftmessstation durch?
Peter Stofer: Am Siedlungsrand von Steinhausen wird von der WWZ ein Holzheizwerk mit einer Leistung von 14,8 MW errichtet. Es soll im Vollausbau bis zu 41’000 m³ Waldhackschnitzel pro Jahr in Wärmeenergie umwandeln und gegen 300 Haushalte mit CO₂-neutraler Wärmeenergie versorgen. Trotz moderner Abgasminderungstechnik wird die Energiezentrale im Winterhalbjahr einen bedeutenden Beitrag zu den Luftschadstoffemissionen im Kanton Zug leisten.
Welche Luftschadstoffe werden mit der mobilen Station gemessen und was sagen diese Werte über die Luftqualität aus?
Im Rahmen einer sogenannten Nullmessung im Einwirkungsbereich des zukünftigen grossen Holzheizwerks wurde vor der Inbetriebnahme während eines Kalenderjahres die Luftqualität erhoben. In hoher zeitlicher Auflösung wurden die Parameter Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO₂), Russ (EBC) sowie Ozon (O₃) gemessen. Weiter wurden verschiedene meteorologische Hilfsgrössen wie Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Temperatur erfasst. Sowohl die Jahresmittelwerte als auch die Tagesmittelwerte der PM10- und der NO₂-Konzentrationen lagen 2025 unter den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung (LRV). Die Ozonbelastung war aufgrund des warmen Sommers mit beinahe 300 Überschreitungen des Stundenmittelgrenzwerts übermässig. Auch die Russbelastung lag über dem empfohlenen Richtwert der Eidgenössischen Kommission für Lufthygiene.
Die Messkampagne läuft bis 2028 – was passiert in dieser Zeit und wie werden die Daten ausgewertet?
Mit einer so genannten Nullmessung im Einwirkungsbereich der zukünftigen Energiezentrale wurde 2025 die Luftqualität erhoben. Die Messung soll zur Abschätzung einer allfälligen Zusatzbelastung in den angrenzenden Wohnzonen nach Inbetriebnahme der Anlage, voraussichtlich 2028 wiederholt werden.
Was könnte sich im Kanton Zug aufgrund der Ergebnisse künftig verändern?
Mit der Inbetriebnahme des neuen Holzheizwerkes wird im Kanton Zug erstmalig eine kontinuierliche Emissionsüberwachung eingeführt. Dies ermöglicht es dem Betreiber der Feuerungsanlagen, Unregelmässigkeiten sofort zu erkennen und bei Bedarf einzugreifen. Damit wird gewährleistet, dass der Holzbrennstoff optimal in Wärmeenergie umgewandelt wird und die Emissionsvorgaben jederzeit eingehalten sind.