Massnahmenplan Luft
Fast jedes Produkt wird nach seiner Nutzung zu Abfall. Einen Teil davon kann man wiederverwerten und in den Kreislauf zurückführen, der Rest muss umweltgerecht verbrannt oder deponiert werden. Angesichts der grossen Mengen an Abfall ist das eine ziemliche Herausforderung: In der Zentralschweiz fallen jährlich hunderttausende Tonnen unterschiedlichster Abfälle an. Eine durchdachte Abfallplanung stellt sicher, dass es gelingt, diese Mengen effizient und umweltverträglich zu bewältigen.
Die Abfallplanung ist grundsätzlich eine Aufgabe der Kantone. Sie ermitteln ihren Bedarf an Abfallanlagen, vermeiden Überkapazitäten und legen die Standorte der Anlagen fest. Die Kantone sind zuständig für die Entsorgung von Siedlungsabfällen, Abfällen aus dem öffentlichen Strassenunterhalt und Abfälle aus der öffentlichen Abwasserreinigung. Die übrigen Industrie- und Gewerbeabfälle muss die jeweilige Inhaberschaft entsorgen. Bei der Planung der Kehrichtverbrennungsanlagen, Anlagen für die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm und bei Deponien ist eine engere Zusammenarbeit der Kantone erforderlich. Diese Zusammenarbeit ist insbesondere für die eher kleinen Kantone der Zentralschweiz essenziell – etwa weil geeignete Standorte fehlen oder weil es sich wirtschaftlich nur im Verbund lohnt, Anlagen rentabel zu betrieben. Deshalb arbeiten die Zentralschweizer Kantone eng zusammen.
Mit der koordinierten Abfall- und Deponieplanung (KAZe) wurde eine gemeinsame Grundlage geschaffen, die langfristige Entwicklungen berücksichtigt und konkrete Massnahmen definiert. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Ressourcen zu bündeln und nachhaltige Lösungen für die gesamte Region vorausschauend zu entwickeln.
Nicht alle Abfälle können recycelt werden. Für Rückstände aus der Verbrennung, mineralische oder schadstoffhaltige Abfälle ist es wichtig, geeignete Deponien, deren Standorte und Kapazitäten vorausschauend zu planen. Während für gewisse Deponietypen ausreichend Kapazitäten bestehen, erfordert insbesondere die Entsorgung belasteter Materialien langfristige Strategien und zusätzliche Standorte.
Brennbare Siedlungs- und Gewerbeabfälle werden grösstenteils in modernen Kehrichtverbrennungsanlagen entsorgt. Diese Anlagen gewinnen Energie zurück und ermöglichen auch die Rückgewinnung von Metallen. Dank regionaler Zusammenarbeit stehen ausreichend Verbrennungskapazitäten zur Verfügung, um auch zukünftige Abfallmengen zu bewältigen.
Ein wichtiger Bestandteil der Abfallwirtschaft ist die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe. Ein interessantes Beispiel ist Phosphor, ein lebenswichtiger Nährstoff, der sich im Klärschlamm anreichert und zukünftig extrahiert werden soll. Da die natürlichen Vorkommen begrenzt sind, gewinnt diese Rückgewinnung zunehmend an Bedeutung.
Um solche Stoffkreisläufe zu schliessen, werden derzeit neue Technologien erprobt. Gerade kleinere Regionen sind dabei auf Kooperationen angewiesen, um wirtschaftlich tragfähige Lösungen umzusetzen zu können.
Trotz aller technischen Lösungen gilt: Am besten ist es, wenn Abfall gar nicht erst entsteht. Dazu können alle beitragen – etwa durch bewussten Konsum, das Vermeiden von Einwegprodukten oder die Reparatur defekter Gegenstände.
Solche einfachen Massnahmen schonen Ressourcen, reduzieren Umweltbelastungen und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz. Schritt für Schritt lässt sich so ein nachhaltiger Umgang mit unseren Materialien erreichen.
Weitere Infos rund um das Thema «Abfall und Deponien» finden Sie in den unten aufgelisteten Planungsberichten zu den Modulen 1 bis 5 und in den 2025 aktualisierten Berichten zu den Modulen 1 und 2.